Überlegst du dir ein neues Piercing am Ohr – oder bist du unsicher, wie deins eigentlich heißt? Das Ohr ist die vielseitigste Stelle des Körpers zum Piercen, mit mehr als zehn verschiedenen Platzierungen, die jeweils ihren eigenen Ausdruck, ihre eigene Heilungsdauer und ihren eigenen Schmuck haben. In diesem Guide gehen wir alle Piercings am Ohr einzeln durch, damit du genau weißt, was du wählen sollst – und welcher Schmuck dazu passt.
Die Platzierungen am Ohr – der schnelle Überblick
Piercings am Ohr werden grob in drei Zonen eingeteilt: das Ohrläppchen (das Weiche), der äußere Knorpel entlang der Ohrkante und der innere Knorpel in der Mitte des Ohrs. Die Faustregel ist einfach: Je weicher das Gewebe, desto schneller heilt es. Das Ohrläppchen heilt in Wochen – Knorpel braucht Monate.
| Piercing | Platzierung | Typische Heilungsdauer |
|---|---|---|
| Ohrläppchen (Lobe) | Das Weiche unten am Ohr | 6-8 Wochen |
| Helix | Der Knorpel entlang der oberen Ohrkante | 6-12 Monate |
| Forward Helix | Die Knorpelkante vorn, zum Gesicht hin | 6-12 Monate |
| Flat | Die flache Knorpelfläche oben im Ohr | 6-12 Monate |
| Industrial | Zwei Löcher im Knorpel, verbunden durch einen Stab | 9-12+ Monate |
| Tragus | Der kleine Knorpellappen vor dem Gehörgang | 6-12 Monate |
| Anti-Tragus | Die Knorpelkante über dem Ohrläppchen | 6-12+ Monate |
| Conch | Die mittlere „Schale“ des Ohrs | 6-12 Monate |
| Daith | Die innerste Knorpelfalte über dem Gehörgang | 6-9 Monate |
| Rook | Die Knorpelfalte oben, zwischen innerem und äußerem Ohr | 6-12 Monate |
| Snug | Die innere Knorpelkante in der Mitte des Ohrs | 12+ Monate |
Ohrläppchen (Lobe) – der Klassiker
Die allermeisten fangen hier an. Das Ohrläppchen ist weich, heilt schnell und tut am wenigsten weh. Viele wählen zwei oder drei Löcher im Läppchen und bauen sich einen Look mit Ohrring-Sets für mehrere Löcher, bei denen Stecker und kleine Hoops zueinander passen.
Helix – das beliebteste Knorpelpiercing am Ohr
Helix sitzt im Knorpel entlang der oberen Ohrkante und ist die Platzierung, die die meisten als ihr erstes Knorpelpiercing wählen. Sie passt sowohl zu einem schlichten, minimalistischen Schmuckstück als auch zu einem Look mit mehreren aufeinander abgestimmten Schmuckstücken – viele landen bei einer Double oder Triple Helix. Die Variante Hidden Helix, bei der der Schmuck von innen aus dem Ohr hervorschaut, ist gerade eine der gefragtesten. Sieh dir die Auswahl an Helix-Piercing-Schmuck in Ringen, Hoops und Labrets an.
Forward Helix und Flat
Forward Helix sitzt an der Knorpelkante vorn zum Gesicht hin – klein, dezent und oft mit einem einzelnen Stein. Flat ist die flache Knorpelfläche oben im Ohr, die für kleine Sterne, Blumen und andere Figur-Labrets beliebt geworden ist. Beide Platzierungen verwenden dieselben Schmucktypen wie Helix, typischerweise Labrets in 1,2 mm.
Industrial – ein Stab, zwei Löcher
Industrial verbindet zwei Löcher im oberen Knorpel mit einem langen Stab und ist das markanteste Piercing am Ohr. Weil zwei Knorpellöcher gleichzeitig heilen müssen, ist es auch eines der langsamsten – rechne mit 9-12 Monaten oder mehr.
Tragus und Anti-Tragus
Tragus ist der kleine Knorpellappen direkt vor dem Gehörgang – eine dezente Platzierung, die zu einer der beliebtesten Optionen für einen kleinen Stein oder dünnen Ring geworden ist. Anti-Tragus sitzt gegenüber, an der kleinen Knorpelkante direkt über dem Ohrläppchen, und ist seltener – perfekt, wenn du etwas haben willst, das die wenigsten haben. Finde Tragus-Piercing-Schmuck als Labrets und Ringe.
Conch – mitten im Ohr
Conch sitzt in der mittleren „Schale“ des Ohrs und ist eine der flexibelsten Platzierungen: Ein kleiner Labret mit Stein ergibt einen dezenten Look, während ein Ring, der die ganze Ohrkante umschließt, einen markanten Ausdruck ergibt. Sieh dir hier alle Conch-Piercing-Schmuckstücke an.
Daith – die kleine Falte mit großer Wirkung
Daith sitzt in der innersten Knorpelfalte direkt über dem Gehörgang und wird fast immer mit einem Ring oder Clicker getragen, der der Form der Falte folgt. Daith ist auch die Platzierung, die viele als „Migräne-Piercing“ kennen – was an dieser Geschichte dran ist, liest du in unserem Guide zu Daith und Migräne. Die Auswahl an Daith-Piercing-Schmuck reicht von schlichten Ringen bis zu Clickern mit Steinen.
Rook und Snug
Rook sitzt in der Knorpelfalte oben im Ohr, zwischen innerem und äußerem Ohr, und wird typischerweise mit einem kleinen Curved Barbell oder Clicker-Ring getragen. Snug sitzt an der inneren Knorpelkante in der Mitte des Ohrs und ist eine der anspruchsvollsten Platzierungen – sowohl beim Stechen als auch beim Heilen. Dafür gehören beide zu den Platzierungen, die dem Ohr am meisten Persönlichkeit verleihen. Sieh dir hier Rook-Piercing-Schmuck an.
Was kostet ein Piercing am Ohr?
Das Piercing selbst lässt du in einem Piercingstudio stechen – der Preis hängt von Platzierung, Studio und Land ab, in der Regel inklusive Standardschmuck. Aber hier lohnt es sich zu wissen: Der Standardschmuck, den du im Studio bekommst, ist funktional – nicht besonders hübsch. Wenn das Piercing verheilt ist, wechselst du zu einem Schmuckstück, das du wirklich zeigen möchtest – und dafür musst du keine Studiopreise zahlen. Bei BY CARA findest du Piercingschmuck für jede Platzierung.
Material und Größe – das solltest du vor dem Schmuckwechsel wissen
- Titan in Implantatqualität (ASTM F-136): Der Großteil unseres Piercingschmucks besteht aus derselben Titanqualität, die professionelle Piercer verwenden – nickelfrei, hypoallergen und schonend selbst zu empfindlicher Haut.
- Standardstärke: Die meisten Ohrpiercings verwenden 1,2 mm (16G). Das Ohrläppchen verwendet typischerweise 0,8-1,0 mm.
- Länge/Durchmesser: Miss den Abstand von der Kante bis zum Loch und rechne ca. 0,5 mm dazu – übliche Maße sind 6-8 mm im Knorpel.
- Wasserfest: Unser Schmuck verträgt Duschen, Schweiß und Alltag – dafür gemacht, drinzubleiben.
Fragen und Antworten zu Piercings am Ohr
Wie heißen die verschiedenen Piercings am Ohr?
Die gängigsten Piercings am Ohr sind Ohrläppchen (Lobe), Helix, Forward Helix, Flat, Industrial, Tragus, Anti-Tragus, Conch, Daith, Rook und Snug. Sie unterscheiden sich durch die Platzierung: Das Ohrläppchen ist das weiche Gewebe unten, während der Rest im Knorpel des Ohrs sitzt – entlang der Kante (Helix), vor dem Gehörgang (Tragus), in der Mitte des Ohrs (Conch) oder in den Falten des Ohrs (Daith und Rook).
Welches Piercing am Ohr tut am wenigsten weh?
Das Ohrläppchen ist weiches Gewebe und wird von den meisten als fast schmerzfrei empfunden. Knorpelpiercings wie Helix, Tragus und Conch spürt man deutlicher, aber sie sind in einem Augenblick vorbei. Platzierungen mit dickerem Knorpel oder zwei Löchern – wie Industrial und Snug – gelten als die empfindlichsten. Schmerz ist allerdings sehr individuell.
Wie lange braucht ein Ohrpiercing zum Heilen?
Das Ohrläppchen heilt typischerweise in 6-8 Wochen. Knorpelpiercings brauchen deutlich länger – rechne mit 6-12 Monaten für Helix, Tragus, Conch, Daith und Rook und mit bis zu einem Jahr oder mehr für Industrial und Snug. Wechsle den Schmuck erst, wenn das Piercing vollständig verheilt ist, und reinige es während der Heilung mit Kochsalzlösung.
Wann darf ich zu einem neuen Schmuckstück wechseln?
Erst wenn das Piercing vollständig verheilt ist – bei Knorpel heißt das mindestens 6 Monate, und am besten nach grünem Licht von deinem Piercer. Wechsle zu Schmuck aus hautfreundlichem Material wie Titan und wähle die richtige Größe, damit das Schmuckstück weder drückt noch locker sitzt.
Kann ich mehrere Piercings im selben Ohr haben?
Ja – genau das hat Ohrpiercings so beliebt gemacht. Viele kombinieren Ohrläppchen, Helix und Tragus oder Conch zu einem Gesamtlook, dem „Curated Ear“. Lass die Piercings am besten in mehreren Sitzungen stechen, damit jedes Loch in Ruhe heilen kann, und vermeide es, auf dem frisch gepiercten Ohr zu schlafen.
